Wohnen & Leben

Wohnen ist ein Grundbedürfnis und ein Grundrecht jedes Menschen.
In seinem Wohnumfeld soll der Mensch (mit Behinderung) Möglichkeiten zur individuellen Lebensgestaltung, aber auch Schutz und Geborgenheit erhalten.

Lebensort Ovelgönner Mühle

Seit 1990 ist die Ovelgönner Mühle der Ort einer Lebensgemeinschaft von und mit erwachsenen Menschen mit einer geistigen Behinderung.
Auf dem Gelände der Ovelgönner Mühle gibt es ein "Mehrfamilienhaus" mit kleinen Wohnungen für 2 bis 4 Personen. Jede Wohnung hat eine Küche , Bad und ein Wohnzimmer. Jeder hat sein eigenes Zimmer.
Außerdem gibt es ein barrierefreies Wohnhaus mit einzelnen kleinen Appartements, Gemeinschaftsräumen und einem großen Saal. Hier wohnen zum Teil Menschen, die aufgrund ihrer zunehmenden körperlichen Beeinträchtigungen nicht mehr im "Mehrfamilienhaus" wohnen können. Durch den Umzug in das neu geschaffene Wohnhaus haben sie die Möglichkeit, auch weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Im Saal findet der alltägliche Morgenkreis statt, sowie Theateraufführungen oder andere gemeinschaftliche Begegnungen.
Der alte Mühlturm ist das Herzstück der Lebensgemeinschaft. Er wurde in der Vergangenheit für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt.



Jetzt dient er als Wohnraum für junge Menschen aus der ganzen Welt, die ihren Freiwilligendienst hier verrichten. Außerdem finden hier verschiedenste Gruppenaktivitäten (Malen, Formenzeichnen, PC Kurse,...) statt.
Im Erdgeschoss entstehen barrierefreie Gruppenräume für die Bewohner und Werkstattbeschäftigten, die aufgrund ihrer körperlichen oder psychischen Verfassung nicht, bzw. vorübergehend nicht in den Werkstattbereichen im Ortszentrum arbeiten können.



Leitgedanke der sozialtherapeutischen Arbeit ist es, ein größtmögliches Maß an Lebensqualität für die dort lebenden Menschen zu gewährleisten, d.h. ein Leben in weitestgehender Selbständigkeit und eine größtmögliche Integration in die örtliche Gemeinschaft.

Grundlage für die Arbeit ist das von Rudolf Steiner entwickelte anthroposophische Menschenbild und das Ideal der sozialen Dreigliederung.
Wohnen soll ein Lebensgefühl von Heimat und Wohlfühlen bedeuten. Ein Ort, an dem man Ruhe und Zurückgezogenheit findet, aber auch eine lebendige Gemeinschaft, in der man sich austauschen kann.
Viele Bewohner besuchen die örtliche Musikschule. Religiöse Inhalte fließen ebenso ins Alltagsgeschehen ein wie therapeutische, so zum Beispiel Massage, Krankengymnastik, Eurythmie sowie Einzel- und Gruppengespräche. Weiterer Aktivitäten sind Englischunterricht, Reiten, Hallensport, aber auch Disco-, Theater- oder Konzertbesuche.



Außengruppe Wohntraining

Die "Außengruppe Wohntraining" befindet such in einem Zweifamilienhaus im Ortszentrum von Ovelgönne.
Die Bewohner leben innerhalb der dörflichen Gemeinschaft und pflegen nachbarschaftliche Kontakte.
Hier wohnen Menschen, die in der Lebensgemeinschaft Kompetenzen für ein noch mehr selbstgestaltetes Leben erworben haben. Außerdem gibt es Menschen, die individuellere Lebensformen als die der Lebensgemeinschaft zur Entfaltung ihres eigenen Schicksals suchen und brauchen.
Das Wohntraining in der Außengruppe bietet Entwicklungsmöglichkeiten, die den Individualisierungsprozess stärker in den Fokus setzen und die den Menschen in der Übernahme von (Eigen-)Verantwortung unterstützen.
Die Lebensgemeinschaft bietet einen Anlaufpunkt für Menschen, die selbstständiger wohnen möchten und können, die aber eine Anbindung an eine Gemeinschaft zur Orientierung brauchen.
Die "Außengruppe Wohntraining" bietet die Chance, sich in einem begleitenden Rahmen auszuprobieren. Sie kann hinführen zu einer weitestgehend selbstbestimmten Lebensführung im ambulant betreuten Wohnen.



Ambulant betreutes Wohnen im Landkreis Wesermarsch

Das ambulant betreute Wohnen ist ein Angebot, das Menschen mit einer Behinderung Hilfestellung und Begleitung beim Leben in einer eigenen Wohnung gibt. Die Stiftung Lebensräume Ovelgönner Mühle bietet auf Anfrage und nach Bedarf ambulante Betreuungsleistungen an. Die Betreuung findet im Allgemeinen im häuslichen Umfeld des Leistungsbeziehers statt. Sie erfolgt regelmäßig durch einen Bezugsbetreuer. Die Betreuungszeit wird erbracht durch persönliche Besuche, aber auch durch telefonische Kontakte und durch Gruppenveranstaltungen.
Nächtliche Rufbereitschaft und eine Sicherung der Betreuung am Wochenende können vereinbart werden.
Ziel dieses Angebots ist es, dem Menschen mit Behinderung eine größtmögliche Selbständigkeit in seiner Lebensführung in eigener Häuslichkeit zu ermöglichen.
Durch das Angebot des ambulant betreuten Wohnens werden die Menschen mit Behinderungen selbstverständliche Nachbarn in unseren Wohngebieten.
Gleichzeitig steht ihnen die soziale Anbindung an die Lebensgemeinschaft Ovelgönner Mühle mit all ihren Möglichkeiten und Angeboten offen.